Nachhaltiges Licht

11.07.2018ImmobilienLicht, Büro, NachhaltigkeitFeatured Article

Nach Cradle to Cradle® zertifizierte Beleuchtung für nachhaltige Gebäude

In Anbetracht zunehmender Rohstoff knappheit und der damit einhergehenden Bedeutung eines ressourcen- und verantwortungsbewussten Handelns im Bauwesen hat der mittelständische Leuchtenhersteller Waldmann die weltweit erste Büroleuchte nach Cradle to Cradle® zertifizieren lassen.


Die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft nimmt immer weiter zu. Hauptgrund ist neben dem hohen Abfallaufkommen der Branche vor allem die Rohstoffknappheit. Schon jetzt sind gestiegene Preise für Rohstoffe in der Bauwirtschaft deutlich spürbar. Das Thema wird schon heute vielfach drängender als das bisherige Fokusthema Energie bewertet. Hinzu kommen oftmals gesundheitsgefährdende Stoff e in Produkten. Diesen Herausforderungen werden sich Planer, Bauherren und Produkthersteller zunehmend stellen müssen. Es gilt einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen.

Einen zukunftsträchtigen Weg bildet die Circular Economy, die von erneuerbaren Energien und rezyklierbaren Stoffflüssen ausgeht. Einen Lösungsansatz für deren Umsetzung in der Industrie bietet das von Michael Braungart, William McDonough und EPEA Internationale Umweltforschung Hamburg entwickelte Cradle to Cradle-Konzept (von der Wiege bis zur Wiege).

Cradle to Cradle beschreibt das Prinzip zweier kontinuierlicher Kreisläufe: Während Verbrauchsgüter biologisch abbaubar sind und nach Nutzung in den natürlichen Nährstoffkreislauf zurückgehen, werden Gebrauchsgüter nach ihrer Nutzung in sortenreine Ausgangsstoffe zerlegt und einem technischen Kreislauf zugeführt. Downcycling mit Qualitätsverlust wird vermieden, alle Inhaltsstoffe sind chemisch unbedenklich und kreislauffähig. Anstelle von Abfall im heutigen Sinne gibt es nur noch nutzbare Nährstoffe. Gebäude stellen Rohstoffdepots dar, aus denen nach Ende der Nutzungszeit Ressourcen wieder als Grundlage neuer Produkte weiterverwendet werden können. Design und Herstellung entsprechender Produkte bedeutet weitreichende Veränderungen, die immer mehr Unternehmen angehen.

So auch das mittelständische Familienunternehmen Waldmann. „Die Zertifizierung der LAVIGO Stehleuchte war für uns ein erster Schritt, den wir im Zeitalter des nachhaltigen Bauens als wichtig erachten. Wir wollen damit als Vorbild innerhalb der Branche vorangehen und sehen den Schritt auch als Baustein unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft”, erklärt Gerhard Waldmann, inhabender Geschäftsführer der Herbert Waldmann GmbH & Co. KG, die Entscheidung.

Um die Anforderungen zu erfüllen, wurden alle verwendeten Materialien der LAVIGO identifiziert und hinsichtlich ihrer toxikologischen und recyclingfähigen Eigenschaften bewertet und teilweise optimiert. Darüber hinaus waren für die Zertifizierung Nachweise über die Energiebilanz, die erforderliche Wassermenge und -qualität sowie die Einhaltung sozialer Kriterien Voraussetzungen. Die umfangreiche Bewertung wurde von EPEA durchgeführt und von der renommierten Stuttgarter Bauträger- und Beratungsfirma Drees & Sommer begleitet.

Waldmann hat beispielsweise mit Fakten wie dem intensiv gelebten Umweltmanagementsystem, einem eigenen Blockheizkraftwerk und einer Photovoltaikanlage, der Verwendung ausschließlich wasserbasierter Lacke oder etwa der betriebseigenen Kindertagesstätte zur Erfüllung der hohen Anforderungen beitragen können. Nach der ersten Zertifizierung wurden bereits weitere Produkte der Leuchtenfamilie nachzertifiziert. Außerdem werden alle Neuentwicklungen im Bereich der Bürobeleuchtung von Waldmann auf Umsetzung der anspruchsvollen Kriterien geprüft. Gerade für Bauvorhaben mit angestrebten Gebäudezertifizierungen wie DGNB oder LEED bringen die Leuchten in Form von Bonuspunkten Vorteile. Grundsätzlich unterstützen zertifizierte Qualitätsprodukte eine positive Entwicklung in der Bauwirtschaft. Sie sind Voraussetzung für moderne Gebäude, die einen Mehrwert für Mensch und Umwelt bieten.

von Klaus-Jürgen Hahn, Produktmanager Herbert Waldmann GmbH & Co. KG

 

Dieser Beitrag ist Teil der aktuellen Ausgabe des Handelsblatt Journals „Immobilienwirtschaft“, das Sie hier erhalten können